Kommunalfahrzeuge der Zukunft – Themen und Trends beim Symposium von Allison Transmission

Beim 7. Allison Symposium trafen sich Ende November über 100 Entscheider aus der privaten und kommunalen Entsorgungswirtschaft sowie Fahrzeug-Hersteller und -Aufbauer in der SASE Iserlohn (Sammlung aus Städterreinigung und Entsorgung), um die neuesten Trends und Entwicklungen der Abfallwirtschaft sowie deren Auswirkungen auf die Zukunft zu diskutieren.

Iserlohn, Januar 2012 – Zum siebten Mal präsentierten zahlreiche Unternehmen auf dem Allison Symposium innovative Fahrzeugkonzepte und Lösungen für die Entsorgungsbranche und den Kommunalbereich. Das Allison Symposium hat sich zu einem beliebten Forum für Experten aus Kommunal- und Fahrzeugtechnik entwickelt. Eine Führung durch die historische SASE-Sammlung und ein geselliges Get-together rundeten das diesjährige Programm ab.

Trend hin zum verbesserten Fahrkomfort

Dr.-Ing. Dietmar Regener, stellv. Betriebsleiter Abfallentsorgungs- und Stadtreinigungsbetrieb Paderborn (ASP) und stellv. Vorsitzender des VKU-Fachausschusses Logistik, präsentierte in seinem Vortrag einen Überblick von der Historie bis zur Gegenwart der Kommunalfahrzeuge. Dr. Regener bemerkte, dass bereits 1910 erstmals Elektromobile für die Entsorgung eingesetzt wurden und erst später, im Jahr 1918, die ersten Müllwagen mit Verbrennungsmotor folgten.

Dr. Regener stellte außerdem einige Thesen für die künftige Entwicklung der Kommunalfahrzeugtechnik auf. Obwohl Dieselmotoren im Moment immer noch die erste Wahl in der Entsorgungswirtschaft sind, erwartet er einen merklichen Anstieg des Anteils alternativer Kraftstoffe. Zudem werden Fahrerschulungen eine entscheidende Rolle bei der Reduzierung von Kraftstoff und Wartungskosten spielen, während der Bedienkomfort ein noch wichtigerer Faktor im Beschaffungsprozess werden wird. Automatisierung und Fahrerkabinen mit niedrigem Einstieg (84 % aller Nutzer von Niederflurfahrzeugen würden sich wieder dafür entscheiden) werden zu „Must-haves“.

Kommunalflotten sehen „grün“

Bernd Sackmann, Leiter Fuhrparkmanagement der Berliner Stadtreinigungsbetriebe (BSR), beschrieb die Grundsätze des Berliner Klimaschutzprogramms. Als Resultat dieser Politik hat die Einrichtung einer umweltfreundlichen Flotte eine große Bedeutung im Beschaffungsplan der BSR. Gute Kenntnisse aktueller Technologien und stetige Information über die neuesten Trends sind dafür unabdingbar.

Als größter kommunaler Entsorger in Deutschland sieht sich die BSR als „Vorzeigeunternehmen“ in der Pflicht, eine Vorreiterfunktion auszuüben. Bis Ende 2012 will die BSR ihren Bestand an Müllfahrzeugen mit Erdgas-Antrieb von 100 auf rund 140 aufstocken. Dann werden die BSR auch eine eigene Biogas-Anlage in Berlin Ruhleben betreiben, mit der diese Flotte betankt werden kann. Aktuell sind verschiedene Hybridfahrzeuge in Betrieb, um diese Technologie zu testen. Die neueste Konfiguration beinhaltet einen Entsorgungs-Aufbau, der mit einer Brennstoffzelle betrieben wird.

Sackmann konstatiert, dass der Kraftstoffverbrauch ein entscheidender Faktor bei der Entwicklung von sämtlichen neuen Technologien sein wird, und, dass die Qualität von kommunalen Diensten auch auf der Basis ihres CO2-Ausstoßes beurteilt wird. Als Konsequenz daraus führen die BSR Studien zur Kraftstoffeffizienz von Kehrmaschinen durch und auch die Müllsammelfahrzeuge werden demnächst genauer unter die Lupe genommen. Diese Vergleichswerte fließen künftig auch in Fahrzeug-Ausschreibungen ein.

Komprimiertes Erdgas: Heutzutage eine praktikable Lösung


Peter van Cuijk, Manager International Marketing Programs bei Allison Transmission, präsentierte einen Überblick über den Gesamtmarkt der alternativen Kraftstoffe. Er berichtete über die gesetzlichen Rahmenbedingungen, die Funktionsfähigkeit der verschiedenen Technologien in der Industrie heutzutage und gab einen Ausblick, was in der nahen Zukunft erhältlich sein wird. Van Cuijk konzentrierte sich auf die Vor- und Nachteile von komprimiertem Erdgas als Kraftstoff für Nutzfahrzeug-Anwendungen und stellte eine Fallstudie vor, in der die Gesamtkosten eines CNG- mit denen eines konventionellen Diesel-Motors verglichen wurden. Es zeigte sich ein Kostenvorteil von mehr als 20 % für CNG-Fahrzeuge über einen Zeitraum von 10 Jahren.

Entsorgungsfahrzeuge als mobile IT-Einheiten


Hartmut Möllmann, Geschäftsführer IFEU-Institut (Institut für Entsorgung und Umwelttechnik GmbH in Iserlohn), gab einen Überblick über heutige und zukünftige IT-Systeme in der Entsorgungswirtschaft. Mit modernen Informations-Technologie-Systemen können Fahrzeuge mobile IT-Einheiten werden, die geeignet sind, täglich Zahlen zu Arbeitszyklen berechnen, automatisch optimale Routen wählen und vieles mehr. Möllmann wies darauf hin, dass die Schnittstellen zu Menschen ergonomisch gestaltet sein sollten. Das bedeutet, dass eine Standardisierung obligatorisch und die Bedienung so einfach wie möglich sein sollte.

CNG und Niederflurfahrzeug für Scania

Bernd Hoche, Schulungsleiter bei Scania Deutschland, präsentierte die Scania Niederflur P-Serie, eine LKW-Baureihe, die es auch mit einem CNG-Motor – 270 und 310 PS – und Allison Vollautomatikgetriebe der Serie 3000 gibt. Das Design des Fahrzeugs sorgt für einen verringerten Abstand zwischen Boden und Fahrerhaus-Einstieg, da das Fahrerhaus vor der Frontachse montiert ist. Eine Luftfederung erlaubt eine weitere Verringerung der Einstiegshöhe um 60 – 80 mm. Durch die breiten Türen und die niedrige Tritthöhe hat die Besatzung einen komfortablen Einstieg. Die Kabine bietet Platz für vier Personen und erfüllt die höchsten Sicherheitsstandards.

Brennstoffzelle und elektrisches Hybridsystem

Georg Sandkühler, Leiter Forschung und Entwicklung bei Faun Umwelttechnik, präsentierte innovative Technologien für Abfallsammelfahrzeuge und ging dabei besonders auf Rotopress Fuelcell und Rotopress Dualpower ein.
Die Fuelcell Version des Faun Rotopress Aufbaus wurde gemeinsam entwickelt von den Berliner Stadtreinigungsbetrieben, Faun und Heliocentris – einem Hersteller von komprimiertem Wasserstoffzellen (CGH2). Der LKW nutzt eine Brennstoffzelle zur Leerung von Mülltonnen sowie zum Laden und Pressen von Müll. Der Antriebsstrang des LKW ist ein konventioneller Dieselmotor mit einem Allison Vollautomatikgetriebe. Im Dezember 2011 starteten die Berliner Stadtreinigungsbetriebe den Test des Fahrzeugs; sie wollen die Ergebnisse der nächsten zwei Jahre dokumentieren.

Der Rotopress Dualpower ist ein elektrisches Hybrid-Abfallsammelfahrzeug. Der LKW hat einen zweiten Antriebsstrang mit einer diesel-elektrischen Leistungseinheit, die die Energie speichert, die eigentlich beim Bremsen verloren gehen würde, und mit der verschiedene Arbeitsprozesse durchgeführt werden, die während der Abfallsammlung notwendig sind. Wenn der elektrische Motor/Generator mit 175 kW aktiviert ist, wird die Energie in Super-Caps gespeichert. Kinetische Energie wird rekuperiert und dann für den Fahrantrieb, den Drehtrommelantrieb und die elektrische Schüttung verwendet. Der konventionelle Dieselmotor wird nur verwendet, wenn das Fahrzeug nicht im Abfallsammel-Modus ist. Dadurch sind Kraftstoffeinsparungen bis zu 33 % möglich. Weitere Vorteile sind Lärmreduzierung und CO2-Minderung.

Das hydraulische Hybridsystem von Bosch Rexroth

Eric Lindzus, Bosch Rexroth AG, präsentierte den hydraulischen Parallel-Hybrid von Bosch Rexroth, der in zwei Leistungsklassen erhältlich ist: 233 kW / 1113 Nm für Schwerlast-Anwendungen und 138 kW / 663 Nm für mittelgroße Fahrzeuge. Das Hydrostatisch Regenerative Bremssystem (HRB) ist ein hydraulischer Hybrid, der insbesondere für Fahrzeuge ohne ein hydrostatisches Getriebe entwickelt wurde, wie zum Beispiel Abfallsammelfahrzeuge und Busse.

Wenn die Bremsen betätigt werden, wandelt eine Axialkolbeneinheit kinetische Energie in hydraulische Energie um und speist hydraulische Flüssigkeit in den Druckspeicher, um den Druck zu erhöhen. Kinetische Energie wird in hydraulische Energie umgewandelt und in dem Speicher gelagert. Während der Fahrzeugbewegung setzt die gepresste hydraulische Flüssigkeit in dem Speicher die Axialkolbeneinheit in Bewegung, die nun als Motor arbeitet. Hydraulische Energie wird nun in kinetische Energie umgewandelt. Diese Energie wird dann für den Fahrzeugantrieb verwendet. Optimale Anwendungen für das HRB System beinhalten Fahrten von Schwerlast-Fahrzeugen mit häufigen Stops.
Mit der Nutzung von HRB werden erhebliche Kraftstoffeinsparungen, bis zu 25 %, und eine verbesserte Beschleunigung erreicht – je nach Schwerpunkt des Einsatzes.

SASE
Das Symposium fand in der SASE (Sammlung aus Städtereinigung und Entsorgung) in Iserlohn statt. Die SASE gilt als die bedeutendste Spezialsammlung in Europa für Fahrzeuge, Geräte und Schriftstücke aus dem Bereichen Städtereinigung und Entsorgungswirtschaft. Sie ist zudem eine Begegnungsstätte und Zentrum für Fachtagungen. Weitere Informationen: www.sase-iserlohn.de.


Presseanfragen:
geldermannKommunikation
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Allison Transmission Europe B.V.
Marketing Communications
Miranda Jansen
+31 (0)78-6422 174

27 Jan, 2012

 

Allison Transmission (NYSE: ALSN) ist führend in der Entwicklung und Produktion von Antriebslösungen für Nutz- und Militärfahrzeuge, der weltweit größte Hersteller von vollautomatischen Getrieben für mitt- lere und schwere Nutzfahrzeuge und ein führender Anbieter von elektrifizierten Antriebssystemen, die die Arbeits- und Umweltbedingungen im Alltag entscheidend verbessern. Allison-Produkte werden in einer Vielzahl von Anwendungen eingesetzt, unter anderem in On-Highway-Lkw (Verteilerverkehr, Ent- sorgung, Bauwesen, Feuerwehr und Rettungswesen), Bussen (Schulbus, Stadtbus, Reisebus), Wohn- mobilen, Off-Highway-Fahrzeugen (Energie, Bergbau und Bauwesen) sowie in Militärfahrzeugen (Rad- und Kettenfahrzeuge). Das Unternehmen wurde 1915 gegründet und hat seinen Hauptsitz in Indiana- polis, Indiana, USA. Mit einer Präsenz in mehr als 150 Ländern verfügt Allison über regionale Firmen- zentralen in den Niederlanden, China und Brasilien, über Produktionsstätten in den USA, Ungarn und Indien sowie über globale Entwicklungseinrichtungen − darunter auch Entwicklungszentren für den Be- reich Elektrifizierung − in Indianapolis (Indiana), Auburn Hills (Michigan) und London. Allison ist rund um den Globus mit etwa 1.400 eigenständigen Vertriebspartnern und Händlern vertreten. Weitere Informa- tionen über Allison finden Sie unter www.allisontransmission.com bzw. unter allisontransmission.com/de-de.