Salzbergwerk Bernburg: Mercedes Zetros mit Allison Vollautomatik sorgt für Wassernachschub in 600 Metern Tiefe

esco, der größte Salzproduzent Europas, betreibt in seinem Bernburger Salzbergwerk einen Mercedes Zetros 1833 4x4 Wassertransporter mit Allison Vollautomatikgetriebe Serie 3000.

BERNBURG – Seit Dezember 2011 ist der Mercedes Zetros 1833 Wassertransporter mit Allison Vollautomatik nun im Salzbergwerk Bernburg, 45 Kilometer südlich von Magdeburg in Sachsen-Anhalt, unterwegs. Zeit ein erstes Fazit zu ziehen. „Wir sind mit dem Fahrzeug durchweg zufrieden; es bietet einen hohen Fahrkomfort“, versichert Volker Grzeschuchna, Leiter Maschinen- und Elektrotechnik unter Tage bei esco.

Etwa einen Monat dauerte es, ehe das mächtige Haubenfahrzeug seine Arbeit im Salzbergwerk aufnehmen konnte. Da er in einem Stück nicht durch den gerade einmal 2,9 mal 2,5 Meter messenden Schacht gepasst hätte, wurde der Zetros in zwei Teile zerlegt, am Haken schwebend, in ca. 380 Meter Tiefe befördert. Unten angekommen, erwarteten ihn ein warmes, salziges, staubiges Labyrinth aus dunklen Tunneln – und die esco-eigene Werkstatt, in der das Fahrzeug wieder zusammengeschweißt und die Trennstelle mit einer Leiste verstärkt wurde. Dann wurde der 6.000 Liter Edelstahl-Wassertank mit Sprühleiste montiert.

Der Zetros 1833 4x4 Wassertransporter mit Allison 6-Gang-Vollautomatikgetriebe Serie 3000 SP löste einen IFA W50 4x4 ab, der noch aus DDR-Produktion stammte und über 30 Jahre Dienst auf dem Buckel hatte. An den Nachfolger wurden hohe Anforderungen gestellt: „Wir waren auf der Suche nach einem Serienfahrzeug, um Kosten zu sparen. Das Fahrzeug sollte wegen der unebenen Strecken über ein robustes Fahrwerk, einen Allradantrieb und ein Automatikgetriebe verfügen. Durch die niedrige Streckenhöhe durfte das Fahrzeug höchstens drei Meter hoch sein. Außerdem war eine Nutzlast von mindestens sieben Tonnen erforderlich; der Inhalt des Wassertanks wiegt sechs Tonnen, dazu kommt der Aufbau mit einer Tonne. Der Mercedes Zetros mit Allison Getriebe war eine gute Wahl“, erklärt Volker Grzeschuchna.

Wasserbedarf im Salzbergwerk

Eine der Hauptaufgaben des Zetros 1833 ist das Besprühen der Fahrbahn. Die Luftfeuchtigkeit im Salzbergwerk Bernburg beträgt nur 25 bis 30 Prozent. Wird die Luft durch die Umgebungsbedingungen noch trockener, wirbeln die Fahrzeuge während der Fahrt enorm viel Staub auf, die Fahrer sehen wie durch eine Nebelwand. Zur Staubbindung besprüht der Hauber bei ca. 10 km/h die Fahrtstrecken mit Brauchwasser, dafür nutzt er die Sprühleiste am Fahrzeugheck. Darüber hinaus füllt er Wasserbehälter im gesamten 7,5 mal 3,5 km großen Grubengelände auf, damit die Bergleute sich und die Fahrzeuge von dem Salzstaub befreien können. Und auch beim Salzabbau wird Wasser für die Bohrungen benötigt.

Der Zetros legt monatlich etwa 400 km zurück bei einer maximalen Geschwindigkeit von 50 km/h. Er wird nach Bedarf eingesetzt – an einigen Tagen zehn Stunden, an anderen gar nicht. Das hängt von der Staubbelastung und dem Wasserstand in den Behältern ab. Das Fahrzeug wird im Dreischichtsystem betrieben; 15 Bergleute sind als Bediener eingewiesen.

Ob der Zetros jemals wieder das Tageslicht sehen wird? „Nein, zumindest nicht als Zetros. In frühestens 30 Jahren wird er in seine Einzelteile zerlegt und zur Verschrottung zu Tage befördert“, sagt Grzeschuchna.

Allison trotzt schwierigem Gelände

Der Salzboden ist hart und uneben, zum Teil mit Steigungen bis zu 20 Prozent. Die Höhe der Strecken beträgt ca. 3,50 Meter, die Breite sechs bis neun Meter. In den engen, kurvigen und teils stockdunklen Tunneln ist höchste Wachsamkeit gefordert. Daher werden im Untertagebau robuste Fahrzeuge mit einem einwandfreien Fahrverhalten und einer einfachen Handhabung benötigt. „Unter Tage herrschen Offroad-Fahrbedingungen. Das Allison Vollautomatikgetriebe macht sich besonders auf Steigungen und im Gefälle bezahlt. Es erlaubt auch bei niedrigen Geschwindigkeiten eine optimale Fahrzeugkontrolle“, so Grzeschuchna.

Das Allison Getriebe ist auf die Lebensdauer des Zetros 1833 ausgelegt und nahezu wartungsfrei. Es sorgt für geringe Ausfallzeiten und damit auch für eine Reduzierung der Betriebskosten. Laut Thomas Weilbeer, Großgeräte-Instrukteur bei esco, ist mit dem Allison Getriebe außerdem die Fahrerschulung sehr einfach; das Getriebe wird von den Bergleuten durchweg geschätzt.

Die Fahrer können sich voll und ganz aufs Fahren konzentrieren, da das Allison Getriebe automatisch die optimalen Schaltpunkte auswählt. Die ideale Kombination aus Mercedes Motor OM 926 LA mit 326 PS und Allison Vollautomatikgetriebe Serie 3000 SP erzielt ein sehr gutes Anfahr- und Beschleunigungsverhalten. Der Drehmomentwandler vervielfacht beim Fahrzeugstart das Motordrehmoment. Allisons Continuous Power Technology™ ermöglicht mit seiner hochentwickelten elektronischen Steuerung eine ununterbrochene Kraftübertragung während des Schaltens für einen effizienten Betrieb und eine geringere Belastung des Antriebsstrangs. Der integrierte Ausgangswellenretarder verbessert die Fahrzeugkontrolle auf unebenen Strecken und reduziert Erhitzung und Verschleiß der Betriebsbremsen.

Fahrzeugvielfalt unter Tage

Neben dem Zetros 1833 4x4 werden im Salzbergwerk Bernburg insgesamt 145 Fahrzeuge in 500 bis 600 Meter Tiefe eingesetzt. Es handelt sich sowohl um Serienfahrzeuge als auch um Bergbauspezialfahrzeuge, darunter Jeeps, Transport- und Lagerfahrzeuge, Zugmaschinen, Mobilkrane, Bühnen für Montagearbeiten, Bohr- und Sprengfahrzeuge, Fahrlader für den Salzabbau und Gabelstapler. Rost haben die Fahrzeuge nicht zu befürchten, dafür sorgt die geringe Luftfeuchtigkeit. Nur der Salzstaub verleiht ihnen einen weißen – aber völlig unschädlichen – Schleier.

Aus 600 Meter Tiefe aufs Frühstücksei


Das Bernburger Steinsalzvorkommen ist etwa 120 Meter mächtig. Davon werden in Bohr- und Sprengverfahren die unteren ca. 40 m in 20 m breiten Strossen abgebaut; ausreichend dimensionierte Pfeiler bleiben aus Stabilitätsgründen stehen. Das Salz besteht zu mindestens 99 Prozent aus Natriumchlorid und bis zu ein Prozent aus Nebenmineralien. Die gesprengten Salzstücke werden mit Fahrladern zu Walzenbrechern gefahren, wo sie auf etwa 20 cm zerkleinert werden. Dann gelangen sie über Bandanlagen zu einem Schacht und werden in so genannten „Skipgefäßen“ zu Tage gefördert. Pro Stunde erblicken so bis zu 30 Fördergefäße mit insgesamt ca. 600 Tonnen Salz das Tageslicht. Das Salz wird über eine Bandbrücke in die Mahlanlage transportiert und durchläuft verschiedene Zerkleinerungs- und Siebstufen; so werden unterschiedliche Produkte – Auftausalz, Speisesalz, Pharmasalz, Gewerbe- und Industriesalz – hergestellt, die sich nur durch ihren Körnungsgrad voneinander unterscheiden. Von hier aus gelangt das Salz entweder in ein Zwischenlager oder in die Verpackungsanlage, in der gegebenenfalls noch Jod und Fluor zugefügt werden – sofern es nicht direkt in LKW oder Bahnwaggons verladen wird. Denn das Salz wird sowohl lose als auch verpackt ausgeliefert … und landet irgendwann auch als Speisesalz auf dem Frühstücksei.

Mercedes Zetros 1833 4x4 Wassertransporter
Motor: Reihen-Sechszylinder-Diesel OM 926 LA, Euro 5
Zylinder/Hubraum: 7.200 cm³
Motorleistung: 240 kW (326 PS)
Drehmoment: 1.300 Nm bei 1.200-1.600 U/min.
Getriebe: Allison Vollautomatikgetriebe 3000 SP mit integriertem Retarder
Verteilergetriebe: MB VG 1700-3W mit Geländeübersetzung 1:1,69, zweistufig
L x B x H: 7.782 x 2.497 x 2.988 mm
Radstand: 4.800 mm
Wendekreis: 20,6 m
Böschungswinkel: 34 Grad
Leergewicht: 8.110 kg
Zulässiges Gesamtgewicht: 18.000 kg
Aufbau: Edelstahl-Wassertank der Fa. Schrader mit 6.000 Liter Inhalt und Sprühleiste am Heck

Über esco - european salt company
esco, mit Hauptsitz in Hannover, ist der größte Salzanbieter in Europa und eine 100-prozentige Tochter der K+S Gruppe, einem der bedeutendsten Rohstoffunternehmen Deutschlands. esco wurde im Jahr 2002 gegründet und beschäftigt insgesamt etwa 1.300 Mitarbeiter. Das Unternehmen verfügt über drei Steinsalzbergwerke, zwei Solebetriebe und mehrere Siedesalzanlagen in Deutschland, Frankreich, den Niederlanden, Portugal und Spanien sowie zahlreiche Vertriebsstandorte. Die jährliche Produktionskapazität von esco liegt bei rund 9,7 Millionen Tonnen Festsalz und Salz in Sole. Das größte Steinsalzbergwerk betreibt esco in Bernburg, Sachsen-Anhalt. 450 Mitarbeiter gewinnen dort jährlich etwa 2,5 Millionen Tonnen Steinsalz, daneben 1,4 Millionen Tonnen Sole und 280.000 Tonnen Siedesalz. Zwei Drittel der Jahresproduktion an Steinsalz entfällt auf Auftausalz. Darüber hinaus werden spezielle Speise-, Gewerbe- und Futtermittelsalze sowie Wasserenthärtungsprodukte hergestellt.


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Allison Transmission Europe B.V.
Marketing Communications
Miranda Jansen
+31 (0)78-6422 174

15 Aug, 2013

 

Allison Transmission (NYSE: ALSN) ist führend in der Entwicklung und Produktion von Antriebslösungen für Nutz- und Militärfahrzeuge, der weltweit größte Hersteller von vollautomatischen Getrieben für mitt- lere und schwere Nutzfahrzeuge und ein führender Anbieter von elektrifizierten Antriebssystemen, die die Arbeits- und Umweltbedingungen im Alltag entscheidend verbessern. Allison-Produkte werden in einer Vielzahl von Anwendungen eingesetzt, unter anderem in On-Highway-Lkw (Verteilerverkehr, Ent- sorgung, Bauwesen, Feuerwehr und Rettungswesen), Bussen (Schulbus, Stadtbus, Reisebus), Wohn- mobilen, Off-Highway-Fahrzeugen (Energie, Bergbau und Bauwesen) sowie in Militärfahrzeugen (Rad- und Kettenfahrzeuge). Das Unternehmen wurde 1915 gegründet und hat seinen Hauptsitz in Indiana- polis, Indiana, USA. Mit einer Präsenz in mehr als 150 Ländern verfügt Allison über regionale Firmen- zentralen in den Niederlanden, China und Brasilien, über Produktionsstätten in den USA, Ungarn und Indien sowie über globale Entwicklungseinrichtungen − darunter auch Entwicklungszentren für den Be- reich Elektrifizierung − in Indianapolis (Indiana), Auburn Hills (Michigan) und London. Allison ist rund um den Globus mit etwa 1.400 eigenständigen Vertriebspartnern und Händlern vertreten. Weitere Informa- tionen über Allison finden Sie unter www.allisontransmission.com bzw. unter allisontransmission.com/de-de.